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Carlos Ruiz Zafón - Das Labyrinth der Lichter

"Das Labyrinth" der Lichter ist der große Abschluss der Quadrilogie um den Friedhof der vergessenen Bücher - und was für ein Abschluss es ist!

Und dabei muss ich gestehen, dass ich nach "Der Schatten des Windes" bisher zu keinem weiteren Buch von Zafón gekommen bin. Glücklicherweise kann man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen, auch wenn eine umfassende Vorkenntnis den Einstieg bestimmt erleichtert hätte.

Jener Einstieg fiel mir nämlich tatsächlich nicht allzu leicht. Viele spanische und damit fremde Bezeichnungen, sehr viele Personen, von denen mir außer der Familie Sempere kaum einer noch ein Begriff war. Aber mir blieb ja nun nichts anderes übrig, als mit den Schultern zu zucken und mich auf die Geschichte einzulassen.

Alleine der einmalige Schreibstil Zafóns hat dafür gesorgt, dass ich mich doch recht schnell wieder heimisch gefühlt habe in "seinem" Barcelona. Eine sehr lebendige Sprache und großartige Charaktere sorgten dafür, dass mich das Buch bereits mit den ersten Kapiteln in seinen Bann zog, auch wenn ich keinen blassen Schimmer hatte, was vor sich ging. (Beispielsweise spielt Mauricio Valls eine nicht unwichtige Rolle, der mir aber leider bisher kein Begriff war.)

Glücklicherweise tauchten auch völlig neue Charaktere auf. Besonders lobend erwähnen möchte ich hier Alicia Gris, mit der der Autor eine charakterlich nicht annähernd perfekte Person, aber überaus spannende und starke Frauenfigur geschaffen hat. Und der alte Bekannte Fermín hat selbstverständlich auch wieder seine Momente, die einfach ein Genuss zu lesen sind.

Hinzu kommt ein für mich sehr runder, passender Schluss, der den Zyklus wunderbar abschließt und auch einen Bogen zum Beginn des Buches schlägt - aber mehr möchte ich hier nicht verraten.

Warum dann nur vier Sterne, obwohl ich bisher gar nicht gemeckert habe? Weil das Buch gut und gerne einige Seiten kürzer hätte sein können. Gerade Alicias Ermittlungsarbeit in der Mitte hatte zum Teil ein paar Längen, die etwas weniger ausschweifend sein könnten. So sehr ich den Schreibstil ja mag, stellenweise war er in seiner Ausführlichkeit zu viel des Guten. Dadurch fiel es mir manchmal etwas schwer, konzentriert der so schon verworrenen Geschichte zu folgen.

Dennoch ist "Das Labyrinth der Lichter" ein äußerst lesenswertes Buch, das eben nur ganz knapp an der Höchstpunktzahl vorbeigeschlittert ist.

Ach und als Info: Wer sich an Gewalt und Blut stört, sollte vielleicht mit Vorsicht an das Buch herangehen - es gibt einige Stellen, die da nicht jedem gefallen könnten
9.4.17 21:15


Susann Pásztor - Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

"Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" war für mich eins der seltenen Bücher, über das ich nach dem Beenden erst einmal schlafen und eine ganze Weile nachdenken musste. Dann setzte der Wow-Effekt ein und ich merke, dass ich auch einige Tage nach der Lektüre noch darüber nachdenke. Für meinen Geschmack hat hier die Autorin somit alles richtig gemacht.

Sterben und Sterbebegleitung ist ein sensibles Thema, dennoch ist das Buch wundervoll ohne großes Pathos geschrieben. Der Kontrast aus Thematik und der verglichen damit Leichtigkeit der Sprache, welche sich vor allem in den Gedanken und Dialogen der Protagonisten widerspiegelte, ohne ins allzu Umgangssprachliche und Schnodderige abzudriften, hat einfach perfekt gepasst.

Ich hatte zu Beginn kurz daran gezweifelt, ob man die Geschichte in diese doch recht wenigen Seiten zwängen könnte, aber es ist der Autorin perfekt gelungen. Das Buch wies an keiner Stelle Längen auf, verfiel aber auch nicht in Hektik. Man wird zwar recht abrupt in die Geschichte und die jeweiligen Kapitel der wechselnden Erzähler geworfen, aber bekommt dennoch genug Einsicht in die verschiedenen Charaktere, allen voran Fred und sein Sohn Phil. Beide sind angenehm "normale" Menschen, in welche ich mich gut einfühlen vermochte. Einige der tatsächlich auftretenden oder nur erwähnten Nebencharaktere (beispielsweise Freds Ex-Frau) wirken zwar leicht überzeichnet, aber sind nicht so präsent, um die Glaubwürdigkeit zu zerstören.

Alles in allem ein wunderbares und trotz der Thematik angenehm leicht zu lesendes Buch, das ich nur empfehlen kann.
19.3.17 20:26


E.O. Chirovici - Das Buch der Spiegel

Was zu beweisen war: Die Liebe auf den ersten Blick kann leider doch trügerisch sein.
(Alternativ: Die Sache mit dem Book und dem Cover. Ihr wisst schon.)

Schon bevor ich überhaupt mitbekommen hatte, dass "Das Buch der Spiegel" in den Himmel gehypt wurde, hatte ich mich in dieses wunderschöne Cover verliebt. Dazu kam die für mich wirklich interessante Idee des unvollendeten Manuskripts, ein mysteriöser Todesfall - ich war gekauft.

Der Einstieg in das Buch fiel mir auch leicht. Nach einer kurzen Einleitung setzt bereits das erwähnte Manuskript ein und man begegnet Richard Flynn, Laura Baines und Prof. Wieder, deren schicksalhaftes Miteinander den weiteren Verlauf bestimmen soll. Abrupt endet nun das Manuskript nach einem Mord - und hier schwächelte die Geschichte leider. Gerade der Mittelteil, der zu großen Teilen aus Recherche und journalistischer Arbeit bestand, war zwar nicht wirklich langweilig, aber ließ im Großen und Ganzen dennoch Spannung vermissen. Diese kam zwar im letzten und recht überraschenden Teil wieder auf, konnte aber nicht vollständig über die etwas langatmige Mitte hinwegtrösten.

Der Schreibstil des Autors ist für meinen Geschmack sehr gut balanciert: Nicht zu seicht, aber auch nicht zu verschachtelt, um den Lesefluss zu hemmen. Das Buch ließ sich durchweg sehr gut lesen - ich wurde lediglich durch die erwähnte mangelnde Spannung ausgebremst.

Alles in allem keineswegs ein schlechtes oder nur mittelmäßiges Buch; meine Erwartungen waren halt einfach ein wenig zu hoch.
19.3.17 20:25


Lori Nelson Spielman - Und nebenan warten die Sterne

Ich mag die Bücher von Lori Nelson Spielman einfach. Zwar hat mich der Vorgänger "Nur einen Horizont entfernt" ein kleines bisschen enttäuscht, aber auch dieser ließ sich sehr gut lesen und deshalb war ich auch auf ihr neuestes Werk sehr gespannt.

Ein Hauptgrund dafür, dass ich die Bücher sehr gerne lese, ist der einfach wunderbar zu lesende, locker-fluffige Schreibstil. Die Seiten fliegen zeitweise nur so dahin und trotz seiner fast 400 Seiten war das Buch dann letztendlich sehr schnell vorbei.

Dementsprechend leicht fiel mir hier auch wieder der Einstieg in die Geschichte. Ich muss zwar sagen, dass ich zu Beginn weder mit Erika noch ihren beiden Töchtern so richtig warm wurde und die Sympathie erst im weiteren Verlauf aufkam, langweilig war es aber dennoch nie. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, man ist sofort in der Story drin.

Die Geschichte selbst hat mir hier ebenfalls äußerst gut gefallen. Sie war durchweg recht abwechslungsreich, vor allem nach Annies "Abnabelung" wird es wirklich interessant. Gerade die dort hinzukommenden Nebenfiguren konnten mich überzeugen. Eher hatte ich mit Erika als Protagonistin ein wenig Probleme. Insgesamt kein schlechter Charakter, aber einige ihrer im Verlauf der Story vorkommenden Entscheidungen und Handlungen wirkten auf mich etwas sprunghaft und nicht ganz nachvollziehbar bzw. mit ihrem Charakter vereinbar. Auch bei Annie hatte ich zeitweise das Gefühl, dass sie sich nicht ganz altersgemäß verhält.

Das ist alles aber Jammern auf recht hohem Niveau. Insgesamt kann das Buch gut unterhalten und ist angenehm kurzweilig. Dennoch nur vier Sterne, weil mich die angesprochenen Punkte doch ein wenig gestört haben und letztendlich fehlte dem Buch noch das letzte gewisse Etwas, um perfekt zu sein. Aber dennoch sehr gute vier Sterne und eine Leseempfehlung für Freunde des Genres.
16.11.16 19:17


Cecelia Ahern - Flawed - Wie perfekt willst du sein?

Man könnte jetzt so viele wunderbare Wortspiele mit „perfekt“ oder „fehlerhaft“ anbringen, weil es Titel und Inhalt des Buches schließlich hergeben, aber ich belasse es jetzt mal bei der Überschrift und werfe dafür lediglich einen symbolischen Euro ins Phrasenschwein.

Nachdem mich „Der Glasmurmelsammler“ eher enttäuscht zurückgelassen hatte, ging ich eher mit gemischten Gefühlen an ihr neuestes Buch heran. Aber da es sich hier um ein ganz anderes und von mir präferiertes Genre handelt, gab ich ihm dann doch eine Chance und wurde zumindest, so viel sei gesagt, gut unterhalten.

Ich muss allerdings sagen, dass Celestine als Protagonistin nicht allzu gut geschrieben ist. Ihre Oberflächlichkeit und Naivität zu Beginn hat ja noch Existenzberechtigung, um ihre Abkehr von der ungerechten, oberflächlichen Welt ohne Fehlerakzeptanz zu verdeutlichen. Und es ist zwar schön, dass das Buch keine großen Längen aufweist, aber ihr Wandel ist mir an einigen Stellen einfach zu plötzlich. Vor allem ist ihre Entwicklung auch nicht konsequent. Manchmal hat man das Gefühl, dass sie tatsächlich an ihren Erfahrungen und ihrem eigenen Schicksal gewachsen ist, und manchmal fragt man sich, aus welcher Höhle dieses naive Kindchen jetzt wieder gekrochen ist und ob sie denn gar nicht dazugelernt hat. Sehr anstrengend war für meinen Geschmack auch Celestines absolut unsinnige und für mich einfach nicht nachvollziehbare Fixierung auf ihren Zellennachbarn. Ihr groupiehaftes Denken und Verhalten führte manchmal zu Szenen, bei denen ich mich prima fremdschämen konnte.

Der Schreibstil an sich hat mir gut gefallen. Gut lesbar und zwar relativ einfach, aber wenigstens nicht allzu primitiv – meiner Meinung nach gut passend für ein Jugendbuch.

Inhaltlich sind mir aber ähnliche Mankos wie bei Celestines Charakter aufgefallen: Einige Dinge gingen mir für meinen Geschmack doch ein wenig zu schnell und waren nicht ganz nachvollziehbar.

Trotz dieser Kritikpunkte konnte ich dem Buch dennoch 4 Sterne geben, wenn auch recht knapp. Die Autorin hat es geschafft, die Geschichte recht flott, ohne große Längen in Gang zu bekommen und einen guten Spannungsbogen geschaffen. Ich war stets zum Weiterlesen motiviert und bin jetzt auch durchaus neugierig auf den zweiten Teil.

27.10.16 19:51


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