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Ela Angerer - Und die Nacht prahlt mit Kometen

Ich habe vermutlich etwas Anderes erwartet...

 ...zumindest aufgrund des Klappentextes, ohne eine Leseprobe gelesen zu haben. Ich bin nicht der Fan von Leseproben, vor allem dann nicht, wenn mich alleine die Beschreibung bereits vom Inhalt überzeugt. Wenn dann noch ein optisch ansprechendes Cover hinzu kommt, bin ich gekauft.

Zur Verteidigung des Buches: Der Klappentext lügt nicht. Jedenfalls nicht inhaltlich. Und grundsätzlich fand ich auch den Schreibstil sehr gut. Er sorgte jedenfalls dafür, dass sich das Buch flüssig und schnell weglesen ließ. Bis auf gelegentliche, nüchterne Beschreibungen von alltäglichen Handgriffen empfand ich auch keine Passage als mit Längen behaftet. Die erwähnten Stellen wirkten jedoch schon etwas fehl am Platze bzw. überflüssig.

Der Schreibstil an sich ist also nicht der Grund, weshalb mir das Buch nicht wirklich zusagte, sondern eher die Verbindung von Stil und Inhalt, die für meinen Geschmack einfach vorne und hinten nicht passen wollte. Nicht nur der Vorgang des Essenkochens, sondern auch nahezu sämtliche theoretisch emotionalen Szenen sind einfach völlig kühl beschrieben. Nein, ich brauche keinen Liebeskitsch, das hatte ich hier auch nicht erwartet. Aber ich benötige dennoch mehr als diese allgegenwärtige Nüchternheit, um mit einer Protagonistin mitfühlen zu können. Es stellte sich aufgrund der fast schon lieblos hinuntergeschriebenen Misshandlungen, seien sie nun physisch oder psychisch, keinerlei Nähe zu Vie ein. Eher im Gegenteil: Eben weil ihr Gefühlsleben so distanziert, so unerklärlich blieb, war mir ihr Schicksal ehrlich gesagt komplett egal. Sie blieb für mich leider durchweg unsympathisch, da ihre Beweggründe für mich absurd waren und weder durch Stil noch Äußerungen auch nur der Versuch unternommen wurde, daran etwas für den Leser zu ändern.

Manchem mag das sicherlich gefallen, es ist auch kein durch und durch schlechtes Buch, aber für mich passten wie gesagt Inhalt und zugehöriger Ausdruck nicht zusammen; dazu eine eher unsympathische Protagonistin. (Und was zur Hölle hat dir die Katze getan, Valerie??)

Letztendlich, weil es trotz allem schnell und gut zu lesen war, runde ich meine 2,5 Sterne ganz knapp auf 3 auf.

16.10.16 12:46
 
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